Rundgang vom Dom nach Norden

Ausgangspunkt aller Rundwege ist das Herz der Stadt, dieDomplatte (2). Hier bei KölnTourismus GmbH (1) geht es los, denn der fünfziger Jahre Bau, in dem das Verkehrsamt residiert, ist ein typisches Beispiel der Architektur dieser Zeit. Direkt gegenüber, auf der Domplatte, ist die Fußgängerpforte des römischen Nordtores eine beliebte Kulisse für Fotoaufnahmen. Über die Domplatte, die Ende der 60er Jahre nach den Plänen Fritz Schallers gestaltet wurde, gelangt man dann zunächst in den Dom St. Peter und Maria (3). 1248 war die Grundsteinlegung für die heutige Kirche, 1880 wurden als letztes auch die Türme vollendet. Allein der Zeit davor und dazwischen widmet Schäfke elf Seiten. Mit einem kleinen Schlenker über den Roncalliplatz kommt man zum ErzbischöflichenDiözesanmuseum (4), das eine Fülle an Schätzen aus Kölner Kirchen zeigt, insbesondere mittelalterliche sakrale Kunst. Ein Highlight der Sammlung ist sicherlich Stefan Lochners »Madonna mit dem Veilchen«.

Weiter geht es jetzt, nochmals am Dom vorbei, Richtung Komödienstrasse zur der romanischen Kirche St. Andreas (5), in welcher der große Scholastiker und Schlichter politischer Streitigkeiten ruht, der Heilige Albertus Magnus. Weiter führt der Weg die Marzellenstrasse hinauf zur ehemaligen Jesuitenkirche St. Mariä Himmelfahrt (6), deren barocke Innenausstattung aufs Schönste mit der gotischen Architektur harmoniert. Weiter geht es die Marzellenstrasse hinauf nach Norden und über die Ursulastrasse hinüber zur romanischen Kirche St. Ursula (7), die der mittelalterlichen Märtyrerin und ihren elftausend Jungfrauen geweiht ist. Hier ist die Goldene Kammer zu besichtigen, ein Höhepunkt Kölner Reliquienverehrung.
Der Weg führt weiter über Ursulakloster, links in die Eintrachtstrasse, rechts in die Cordulastrasse, über die Strasse Klingelpütz hinweg durch die Grünanlage, an deren Stelle früher das Kölner Gefängnis, eben der Klingelpütz stationiert war. Auf dem Gereonswall wendet man sich nach links und geht an einem Stück der mittelalterlichen Stadtmauer entlang. Einer der Halbtürme wurde im 15. Jahrhundert als Mühlenturm ausgebaut und heißt noch heuteGereonsmühlenturm (8) nach der nahegelegenen Stiftskirche St. Gereon. Weiter geht es rechts durch die Strasse Kümpchenshof zum hochmodernen MediaPark, in dem eine Reihe Unternehmen der Medienbranche angesiedelt sind, aber auch das Literaturhaus Köln und die Kulturstiftung der Sparkasse KölnBonn sowie der Cinedom, ein riesiges Multiplexkino.

Vom MediaPark (9) über den Kümpchenshof geht es zurück und dann links den Hansaring hinauf, dessen Name an die Hansezeit der Stadt Köln erinnert. Vor der Unterführung rechts steht das neugotische Gebäude der ehemaligen Handelshochschule, in dem heute ein Gymnasium untergebracht ist. Direkt gegenüber, auf der anderen Seite des Rings befindet sich das Hansa-Hochhaus (Saturn) (10) – seinerzeit 1924/25 das größte Hochaus Europas – und einer der größten Elektro-, Computer, und CD-Läden Deutschlands: Saturn. Dem Hansaring folgend gelangt man zum Ebertplatz und wer nun Lust auf einen kleinen Abstecher hat, folgt der Neusser Strasse und besichtigtSt. Agnes (11), ein Musterbeispiel für den Klassizismus neugotischer Bauten.

Ein zweiter Abstecher führt durch die Parkanlagen des Theodor-Heuss-Rings zur Bastei (13), dem ersten großen Wurf des Architekten Wilhelm Riphahn. Auf der anderen Seite der Uferstaße steht ebenfalls ein Türmchen der mittelalterlichen Stadtmauer, dieWeckschnapp (14): Der legende nach wurden zum Tode Verurteilte hier ohne Nahrung eingesperrt. An einem Faden hing ein Brötchen, eine Weck, über der Falltür, unter der ein mit Messern gespickter Schacht in den Rhein hinab führte. So starb der Delinquent entweder am Hunger oder durch die Messer. Am Konrad-Adenauer-Ufer geht es entlangs des Rheins weiter stadtauswärts bis zur Riehler Strasse und dem 1997 eröffneten Skulpturenpark (12), in dem sich Natur und Kunst aufs Schönste miteinander verbinden. Die Fähre bei der Hohenzollernbrücke bringt einen an das gegenüberliegende Ufer zur Koelnmesse und in den Rheinpark oder die Claudius Thermen.

Ohne Abstecher geht es vom Ebertplatz aus stadteinwärts über den Eigelstein und durch das Eigelsteintor (15), eine der wichtigsten Befestigungen der mittelalterlichen Satdtmauer und noch vor dem 13. Jahrhundert entstanden. Die überlebensgroße Figur des Bauern von 1885 in einer Spitzbogenblende neben dem Durchgang erinnert an die kaisertreue Tradition der Reichsstadt. Dem Eigelstein folgend geht es weiter stadteinwärts links in die Macchabäerstrasse. Hier fällt die hohe Barockfassade der Ursulinenkirche St. Corpus Christi auf, die von Matteo Alberti, dem Architekten des Bensberger Schlosses entworfen wurde. In die Strasse An der Linde wird links abgebogen und schon findet man sich vorSt. Kunibert (16), der letzten der romanischen Kirchen Kölns. Besonders zu bewundern sind hier die Glasfenster des Chorbereichs aus dem Jahren der Bauzeit um 1230. Über dieRheinuferstrasse (17)geht es schließlich zurück bis zum blauen Zelt des Musical Dome und unter der Deutzer Brücke hindurch auf der rechten Seite die Stufen hoch zumHeinrich-Böll-Platz (18) mit seinem faszinierenden Blick zwischen den Museumbauten und dem Domchor.


Nach: Werner Schäfke: Köln – Zwei Jahrtausende Geschichte, Kunst und Kultur am Rhein



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