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Mittelalter

 

Severinstor

Severinstorburg

Direkt an der Severinstorburg befindet sich noch heute eine Bäckerei, die seit dem Mittelalter mit einem echt kölschen Sprichwort verbunden ist: »Do bes och noch nit an Schmitz-Backes verbei.« (Du bist noch nicht am Schmitz-Backes vorbei.) Zum Staupenschlag verurteilte Verbrecher sollen vom Gefängnis im Frankenturm bis zur Bäckerei Schmitz-Backes getrieben worden sein; Überlebende erreichten über das Stadttor die Freiheit. So steht das Sprichwort für jemanden, der noch nicht außer Gefahr ist.

Severinstorburg
Adresse: GoogleMapsChlodwigplatz
50678 Köln

Das Severinstor bildet den Eingang zur Severinsstraße und ist neben dem Hahnentor und dem Eigelsteintor eine von nur drei erhalten gebliebenen Stadttorburgen der mittelalterlichen Stadtmauer Kölns. Sie ist auch zusammen mit der romanischen Kirche St. Severin das Wahrzeichen des Severinsviertels.

Im 13. Jahrhundert wurde die Torburg mit ihrer zinnenbewehrter Dachplattform errichtet. Um das 15. Jahrhundert herum wurden zusätzlich noch Geschützkammern zugefügt, später erfolgte eine zeitweise Verkleinerung der Torpassage. Die ursprünglich angebaute Kampfplattform über dem Portal wurde durch zwei zweistöckige Flankentürme ersetzt, welche seit dem 17. Jahrhundert Kegeldächer tragen. Das Tor sicherte die Straßenverbindung nach Süden, war ein strategisch wichtiger Punkt und schützte einige Klöster.

Das Tor diente auch repräsentativen Zwecken: Adlige, Prinzen, Prinzessinnen und Könige wurden hier mit Reitturnieren und Minnespielen empfangen und gefeiert, beispielsweise 1235 Prinzessin Isabella von England, die Gattin des Hohenstaufen-Kaisers Friedrich II., oder 1327 Kaiser Ludwig IV. dem Bayer und seine Gattin Margarethe von Holland.

Während des Baus der Nord-Süd-Stadtbahn wurden 2005 Reste des »Bollwerks« vor der Severinstorburg gefunden, welche um 1474 während des »Neusser Krieges« zum Schutz des Tores errichtet wurde. Die Bastion war 20 Meter lang und 16 Meter breit, ihre Mauern erreichten eine Stärke von 4,5 Metern. Köln wurde verschont und erhielt von Kaiser Friedrich III. das Reichsstadtprivileg. Im 19. Jahrhundert wurde das Bauwerk abgerissen und nur die Grundmauern blieben erhalten.

Nachdem 1881 die Stadtmauer abgerissen wurde, wurde die Severinstorburg als Heimstatt für verschiedene Museen genutzt. Im Dritten Reich war sie Sitz der Kölner Hitler-Jugend. Nach einem 1979 erfolgten Umbau wurde die Torburg zu einem Bürgerzentrum, dessen Räume für Feste aller Art angemietet werden können; sie ist sogar offizieller Trauort der Stadt. Das Reiter-Korps »Jan von Werth«, eine der traditionsreichen Karnevalsgesellschaften, spielt hier jedes Jahr an Weiberfastnacht die Sage des Jan von Werth nach.





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