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Römisches RheinlandMit den Römern hat im Rheinland alles, oder fast alles, einmal angefangen. Genauer gesagt, mit Gaius Julius Cäsar, der um 54/53 v. Chr. die Grenzen des Römischen Reiches bis an den Rhein vorschob und die germanischen Ubier als Bundesgenossen gewann. Unter Marcus Vipsanius Agrippa, Feldherr und Schwiegersohn des Augustus, folgte die Umsiedlung der Ubier von der germanischen rechten auf die römisch kontrollierte linke Rheinseite. Hier wurde unter der Statthalterschaft des Agrippa um 38 v. Chr. eine Siedlung gegründet, das »Oppidum Ubiorum«. Aus dieser Zeit stammt das sogenannte Ubiermonument, wahrscheinlich ältester Quaderbau nördlich der Alpen (24 v. Chr.). Spurensuche Römische Spuren sieht man im ganzen Rheinland noch auf Schritt und Tritt. Die erste Kölner Stadtmauer entstand vermutlich bereits im 1. Jahrhundert und war bis im 3. Jahrhundert vollendet: Sie formte ein Quadrat von etwa 1 km Seitenlänge, war im Durchschnitt 2,5 Meter breit und 8 Meter hoch, verfügte über 19 Rundtürme und neun Tore. Reste eines dieser Tore können heute noch im Römisch-Germanischen Museum besichtigt werden. Im Jahr 81 n. Chr. wurde die Region zur Provinz Niedergermanien und die Stadt selbst 89 n. Chr. zur Provinzhauptstadt erhoben. In dieser Zeit entstand ein 80 km langer Aquädukt, einer der längsten des römischen Reiches, der Quellwasser aus der Eifel nach Köln brachte. Römische Badekultur ist noch heute in Zülpich oder Aachen hautnah zu erleben. Auch im Straßenbau zeigten die Römer ihre zivilisatorischen Leistungen. Köln war mit der Via Belgica zum Atlantik und der Via Agrippa nach Trier direkt an das Fernstraßennetz des Reiches angebunden mit der Hauptachse der Stadt, der heutigen Hohe Straße: noch zweitausend Jahre später die bekannteste Kölner Einkaufsstraße. Zahlreiche Städte der Region gehen auf römische Militärlager entlang des Rheins zurück, z.B. Bonn, Neuss, Dormagen und Remagen. Rund 150 Jahre lang konnte die Region von einer Periode des Friedens profitieren, was sich unter anderem in reger Bautätigkeit äußerte: Um 180 etwa wurde das Praetorium, der Amtssitz des Römischen Statthalters, neu erbaut. Die wirtschaftliche Blütezeit ist bezeugt durch Glas und Keramik, die in die gesamte damals bekannte Welt exportiert wurden. Das Praetorium, der Amtssitz des Römischen Statthalters, kann heute zusammen mit einem der antiken Abwasserkanäle als Kernstück der rund 7.000 qm umfassenden »Archäologischen Zone«, einer Art unterirdischem Museum mit Ausgrabungen der 2000-jährigen Kölner Stadtgeschichte, besichtigt werden. Die komplexen Ausgrabungen unter dem Rathausplatz nahmen Jahre in Anspruch und liefern einen hervorragenden Einblick in das antike Leben. Köln in der Spätantike Um 260 wurde Köln zum Hauptschauplatz eines Konfliktes, der in der Gründung des Imperium Galliarum mündete, einem Sonderreich, das wahrscheinlich zeitweise von Spanien bis Britannien reichte. Der Militärbefehlshaber Postumus schlug sich im Konflikt mit dem Caesar Saloninus auf die Seite von aufständischen Grenztruppen und wurde von diesen zum Kaiser ausgerufen. Das Sonderreich, das faktisch die Sicherung der Rheingrenze des Reiches übernahm, wurde 274 durch Kaiser Aurelian zurückerobert, wobei die Stadt Köln zum ersten Mal überfallern und verwüstet wurde. Im weiteren Verlauf des 4. Jahrhunderts wurde Köln wiederholt Opfer von germanischen Angriffen. 355 wurde die Stadt kurzzeitig von Germanen erobert und geplündert, konnte von dem Unterkaiser Iulian jedoch noch einmal zurückerobert werden. Zuletzt gelang es dem weströmischen Heermeister Flavius Aëtius in der Zeit zwischen 435 und 446 die Stadt für Rom zu retten und den Hunnenkönig Attila zu besiegen. Mit der Ermordung des Heermeisters 454 und der Eroberung durch die Franken ging die Herrschaft der Römer in Köln jedoch endgültig zu Ende. |
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Weitere Informaionen über die Römer in Köln
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