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Kirchen



Dreikönigenfenster im Dom

 

 

Gürzenich

Gotisches Köln

Zum 750. Male jährte sich an Mariä Himmelfahrt (15. August) 1998 der Tag, an dem der Erzbischof Konrad von Hochstaden im Jahre 1248 den Grundstein zum gotischen Dom in Köln legte.

Der Dom ist das berühmte Wahrzeichen Kölns und eine der architektonischen Glanzleistungen der Menschheitsgeschichte, von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, bewundert und geliebt von den Kölnern und unzähligen Touristen, die Jahr für Jahr den Kölner Dom zum meistbesuchten Bauwerk Deutschlands machen. Er ist Manifest eines Glaubens, dessen gewaltige Kraft die Schwere von Stein und Glas überwand und Millionen von Pilgern zum Schrein der Heiligen Drei Könige im Herzen des Domchors zog.

Andererseits markiert der Beginn des Dombaus 1248 den triumphalen Einzug der Gotik in Köln, das bis dahin fast ausschließlich romanisch gebaut hatte - 1985 bot die Wiedererrichtung aller zwölf großen romanischen Kirchen der Kölner Innenstadt nach schwersten Kriegsschäden Anlaß zu einer weltweit beachteten Bestandsaufnahme im »Jahr der romanischen Kirchen«. Die Gotik bestimmt jedoch noch nachhaltiger das Erscheinungsbild der Rheinmetropole bis zum heutigen Tage.

Gotische Kirchen

Neben den bekannten Romanischen Kirchen einerseits und dem weltberühmten wuchtigen Gotischen Dom andererseits ist es leicht, die Gotischen Kirchen der Stadt zu übersehen. Dabei sind sie mindestens genauso im Stadtbild präsent. Mitten in der Fußgängerzone in der Schildergasse etwa findet sich die evangelische AntoniterCityKirche, deren zentrales Chorfenster von 1520 mit einer Kreuzigungsszene die weitreichende Zerstörung im 2. Weltkrieg überstanden hat. Das Kloster des Ordens der Kartäuser mit der dazugehörigen Kirche wurde 1354 begonnen und findet sich ganz in der Nähe der Ulrepforte, die ebenfalls gotische Elemente aufweist. Zwischen Neumarkt und Heumarkt findet sich die Jesuitenkirche St. Peter, die zugleich als Heimat der »Kunst-Station«, einem Zentrum für zeitgenössische Kunst mit Ausstellungen von Gegenwartskunst, Konzerte Neuer Musik und Lesungen zeitgenössischer Literatur, dient.

Profane Bauten


Die Gotik blieb in Köln jedoch keineswegs auf den sakralen Bereich beschränkt: Mit dem Rathaus, dem Gürzenich und vielen anderen Bürgerbauten und Kunstwerken vor allem des 14. und 15. Jahrhunderts entstanden großartige weltliche Gegenstücke zur Majestät des Domes. Und dieses Nebeneinander von religiösem und weltlichem Kunstschaffen in Köln prägte im 19. Jahrundert auch die national eingefärbte, neugotische Mittelalterbegeisterung, die den Bau des Kölner Doms bis 1880 zur Vollendung führte und in zahlreichen Bürgerbauten bis hin zu Fabriken und Friedhofsdenkmälern ihren Niederschlag fand.

Wie in kaum einer anderen Stadt finden sich in Köln hochklassige, aber auch ganz schlichtalltägliche Zeugnisse gotischer oder gotisch inspirierter Kunst aus allen Epochen seit dem 13. Jahrhundert. Fernab allen absolutistischen Pomps, der in vielen Residenzstädten Neorenaissance-, Barock-, Rokoko- oder Klassizismus-Urstände feiert und fürstlichen Machtwillen zur Schau stellt, ist die Gotik der eigentlich bestimmende historische Kunststil Kölns geblieben.

Die Gotik ist damit auch Spiegel der demokratischen Stadtgeschichte und des zutiefst bürgerlichen Selbstbewußtseins, mit dem die einstige Hanse- und Freie Reichsstadt Köln seit 1288 ihre Geschicke selber lenkt.





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