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Geschichte


Zeichnung 1619


Gemälde Kölner Dom

Geschichte & Religion

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Unter den deutschen Großstädten ist Köln die älteste. Ihr Name geht zurück auf die Römer, die ihre »Colonia« 50 n. Chr. zur Stadt erhoben.

Der kaiserliche Statthalter Roms residierte hier, und die Stadt entwickelte sich rasch zu einem der wichtigsten Handels- und Produktionszentren des Imperiums nördlich der Alpen. Schon in der Spätantike brachten die Römer das Christentum nach Köln, das Bischofssitz wurde. Nach den Wirren der Übergangszeit, in der die Stadt unter fränkische Herrschaft geriet, gründete Karl der Große 785 das Erzbistum Köln. Der Kölner Erzbischof, einer der mächtigsten Feudalherren im Heiligen Römischen Reich, wurde Kanzler für Italien (11. Jhd.) und Kurfürst (14. Jhd.).


St. Ursula

Kaum eine andere Heilige ist so schillernd und vieldeutig wie die Hl. Ursula. Sie wurde in Köln, dessen Stadt»patronin« sie ist, hoch verehrt. Die St. Ursula Kirche in Köln ist ihr gewidmet. In ihrer Gestalt spiegelt sich Diane-Artemis, die große göttliche Jägerin ebenso wie Holla mit ihrer»wilden Jagd«. Ihre Legenden rufen Erinnerungen wach an amazonische Frauentraditionen unseres Kulturkreises und erzählen von jungfräulichem Eigen-Sinn, weiblicher Durchsetzungskraft und ungezähmtem Freiheitsdrang.
In Köln, in Süddeutschland und dem gesamten Alpenraum gibt es bis heute zahlreiche Bezüge zwischen Ursula, Karnevals-, bzw. Faschingsbrauchtum und insbesondere der Weiberfastnacht, dem sog. Unsinnigen Donnerstag.




Geschichte



Gürzenich

Blüte im Mittelalter

Die Stadt erlebte im Mittelalter eine neue Blütezeit: etwa vom 12. bis 15. Jahrhundert war sie die bevölkerungsreichste und eine der wohlhabendsten Städte im deutschen Sprachraum. Seit dem Jahre 1288, ihrem militärischen Sieg über den Erzbischof und Stadtherrn, hatten die Bürger Kölns die politische und wirtschaftliche Macht in die eigenen Hände genommen, auch wenn Kölns Status als Freie Reichsstadt de iure erst 1475 bestätigt wurde. Die Bürgerschaft gründete 1388 die erste städtische Universität. Köln spielte früh eine wichtige Rolle als Vorort der Hanse und als Messezentrum. Kölns einzigartige Kirchen, die Reste seiner Stadtbefestigung und zahlreiche Bürgerbauten (Rathaus, Gürzenich, Overstolzenhaus u.a.m.) künden ebenso wie hier geschaffene Kunstwerke noch heute vom Reichtum und von der Frömmigkeit des»Hilligen Köln«.

Frankreich und Preußen bestimmen Kölns Entwicklung

Nach der Entdeckung der Neuen Welt, der Einführung neuer Wirtschaftsformen und Handelswege sowie dem Aufkommen der Nationalstaaten in Europa folgte für Köln ein wirtschaftlicher Niedergang bis ins 19. Jahrhundert. Auch die politische Macht verfiel: 1794 wurde Köln von französischen Revolutionstruppen besetzt, 1815 Teil des Königreiches Preußen. Mit der industriellen Revolution, deren Chancen die Stadt früh erkannte und nutzte, mit den stufenweisen Eingemeindungen großer Teile des Umlandes, mit umsichtiger kommunaler Politik gegenüber Preußen und später dem Deutschen Reich, begünstigt von der neuerwachten nationalen Begeisterung für Kölns mittelalterliche Vergangenheit, begann ein neuer, immenser Aufschwung für die Stadt, der bis heute fortdauert - trotz der verheerenden Folgen zweier Weltkriege.


Köln heute

So präsentiert sich Köln heute, mit dem Erbe seiner alten und wechselvollen Geschichte, als
• eine Kunst- und Messestadt von Weltrang
• ein Verkehrs- und Wirtschaftszentrum Westeuropas
• und, last but not least: eine vitale, liebenswürdige Stadt, in der große Vergangenheit und Gegenwart, Wirtschaft und Kultur eine faszinierende Verbindung eingehen und in der die Menschen – nicht nur im berühmten Karneval – gern lachen und leben und auch ihre Mitmenschen leben lassen. Es kann daher kaum verwundern, daß die Stadt immer mehr Besucher anzieht: Der Kölner Dom ist das meistbesuchte Bauwerk Deutschlands.
Der alte Römer-Spruch bewahrheitet sich neu:
»Wer Köln nicht gesehen hat, hat Deutschland nicht gesehen.« Denn es gibt unglaublich viel zu sehen in Köln.

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Papst



Gottestracht



Gemälde Kölner Dom

Das heilige Köln

Colonia Claudia ara Agrippinensium: der offizielle Gründungsname der antiken Stadt Köln. Bereits der Zusatz ara (lat. Altar) zeichnet Köln als religiöses Zentrum aus. Das Christentum hielt im 3. Jahrhundert Einzug am Rhein. Der erste überlieferte Kölner Bischof ist Maternus im Jahre 313.

Schon im Hochmittelalter war Köln in ganz Europa als das »hillige Kölle« und als größtes Handelszentrum jenseits der Alpen bekannt. Heiligkeit und wirtschaftlicher Erfolg gehören hier eng zusammen: Rainald von Dassel ließ im Jahre 1164 die Gebeine der Heiligen drei Könige von Mailand nach Köln überführen. Damit besaß die Stadt die wichtigsten Reliquien der christlichen Welt und wurde zum herausragenden Pilgerziel des christlichen Mittelalters. Mit den Pilgern kamen Kaufleute und Künstler; das Gastgewerbe, die Handwerke und der Handel blühten und Köln wurde eine der reichsten Städte des Mittelalters.

Die jüdische Gemeinde Kölns ist die älteste nördlich der Alpen und bestand schon zur Zeit Konstantins um 321. Im Hochmittelalter, 1183, bekam sie ein eigenes Viertel in der Altstadt zugewiesen, das man mit Toren schließen konnte. Noch heute sind die Überreste der rituellen Bäder, die Mikwe, unter der Glaspyramide am Rathausplatz zu sehen. Viele Juden kamen bei den mittelalterlichen Pogromen ums Leben; die zum Teil sehr schönen und kunstvollen Synagogen der Neuzeit fielen 1938 den Novemberpogromen der Nazis zum Opfer.

Heute sind ca. 40% der Einwohner katholisch, 20% evangelisch und 10% muslimisch. Die restlichen 30% entfallen auf christliche Freikirchen sowie auf andere Religionen und konfessionslose Kölner. Die katholische Kirche hat die Stadt seit fast 1.700 Jahren geprägt, und dies nicht nur architektonisch durch Kölns Wahrzeichen, den Dom, der – im Vergleich zu anderen Sehenswürdigkeiten in Deutschland – die meisten Besucher anzieht. An Prozessionen, Krippenfahrten und Wallfahrten nehmen Jahr für Jahr viele Gläubige teil, beispielsweise auf dem Jakobsweg, der auch durch Köln führt. Hunderttausende haben beim Weltjugendtag 2005 den Papst in Köln und auf dem Marienfeld bei Frechen gefeiert; 2007 trafen sich die Protestanten Deutschlands in Köln zum 31. Deutschen Kirchentag.Dennoch gilt die Stadt in religiösen Dingen als sehr liberal: So wurde der Umzug des »Zentralrats der Muslime« nach Köln (2006) damit begründet, die Domstadt sei die »heimliche Hauptstadt des Islam in Deutschland«.

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Religionsgemeinschaften in Köln

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